Landwirtschaft. Wasser. Menschen.


Oh, leever Jott, jev uns Wasser,…

 

Seit einiger Zeit müssen sich die Landwirte unseres Arbeitskreises mit einer noch nie da gewesenen Wasserarmut auseinandersetzen. Denn seit rund drei Monaten hat es eigentlich keine ergiebigen Regenfälle mehr gegeben. Im Juli fielen im Kölner Norden nur 3,6 Liter Regen auf den Quadratmeter. Normalerweise fallen im Juli etwa 80 Liter!! Auch der Mai und der Juni waren viel zu trocken, obwohl in einigen Stadtteilen von Köln am 1. Juni „Land unter“ angesagt war. Die ersten Auswirkungen müssen wir hilflos zur Kenntnis nehmen: Die Raps- und die Getreideernte waren bescheiden, Gras und Heu sind Mangelware.

Das ist aber erst der Anfang der Misere. Wer durch die Felder fährt, sieht vertrocknende Rübenfelder und kümmernde Maispflanzen.

Die Maispflanzen haben aufgrund der Trockenheit teilweise keine Maiskolben gebildet (siehe Bild links), so dass nicht nur der Ertrag, sondern auch die Qualität darunter leiden. Die Rüben lassen derzeit „die Ohren hängen“ – die Blätter vertrocknen aufgrund der ausbleibenden Niederschläge (siehe Bild unten). Auch der Anbau der Zwischenfrüchte ist gefährdet. Sie dienen normalerweise dazu, freiwerdendes Nitrat im Boden zu binden und so vor der Auswaschung zu schützen. Wenn es aber nicht regnet, werden die Saaten nicht aufgehen. In dieser Situation kann man eigentlich nur hoffen, dass es bald ergiebig regnet, damit die Schäden insgesamt noch abgemildert werden!

                               (eingestellt am 15.08.2018)


Europäischer Gerichtshof verklagt Deutschland – Zuviel Gülle auf Felder ausgebracht? Es geht auch anders!

In einem Zeitungsartikel wird darauf hingewiesen, dass infolge zu hoher Düngung - insbesondere mit Gülle - die Nitratkonzentrationen im Grundwasser bundesweit ansteigen und die EU-Kommission deswegen die Bundesrepublik Deutschland verklagt und jetzt der Europäische Gerichtshof Deutschland verurteilt hat.

 

Wie sieht es in Köln aus?

 

Richtig ist, dass auch Landwirte unseres Arbeitskreises Gülle und Gärrückstände aus Biogasanlagen einsetzen. Allerdings ist uns der Nährstoffgehalt dieser Güter bekannt. Unsere Berater berücksichtigen diesen bei der Düngebedarfsermittlung. So nutzen wir Gülle und Gärrückstände nicht zur Abfallentsorgung sondern im Sinne einer Kreislaufwirtschaft als Dünger.

 

Durch die nunmehr 30-jährige enge Kooperation zwischen Landwirtschaft und der RheinEnergie AG ist es gelungen, die Nitratkonzentrationen im Grundwasser - entgegen dem bundesweiten Trend - zu senken. Exemplarisch kann man dies am Trinkwasserbrunnen West 2 des Wasserwerkes Weiler erkennen. Lag dieser Anfang der 1960er Jahre noch bei 50 mg/l, so beträgt er heute nur noch ca. 20 mg/l.

 

 

 

Und auch landesweit fällt die Region Köln positiv auf. Die letzte Bestandsaufnahme der Gewässergüte einschließlich der Grundwässer durch die Landesregierung weist das Gebiet unseres Arbeitskreises im Hinblick auf Nitrat- und Pflanzenschutzmittel im guten Zustand aus.

 

Sie sehen: Unser Arbeitskreis kann Gülle, Kreislaufwirtschaft und Gewässerschutz.

 

Wenn Sie darüber hinaus noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Herrn Stefan Schiffmann.

(eingestellt am 21.06.2018)


Arbeitskreis führt neues Bodenprobe-Entnahmefahrzeug ein

Wer ernten will, muss säen - aber auch düngen. Damit dies im Einklang mit dem Gewässerschutz erfolgt, untersucht unser Arbeitskreis schon seit seiner Gründung im Jahr 1986 den landwirtschaftlich genutzten Boden regelmäßig auf seine Nährstoffgehalte. Erfolgte dies zunächst mit Muskelkraft per Hand und Hammer, wurde hierzu seit nunmehr 14 Jahren ein auf einem John Deer Gator montiertes Bodenprobe-Entnahmegerät der Firme Nietfeld eingesetzt. Da diese Einheit so langsam in die Jahre gekommen war, stand nun der nächste Entwicklungsschritt an. Seit Anfang Mai werden die Bodenproben mit  dem aktuellen hydraulisch betriebenen Bodenprobe-Entnahmesystem der Firma Nietfeld entnommen. Dieser ist auf einem Ford Ranger montiert. Hierdurch können die Bodenproben noch schneller gezogen werden. Die Ergebnisse der Bodenproben dienen unseren Beratern dazu, unsere Landwirte optimal im Hinblick auf die benötigten Düngemittelmengen zu beraten. Zudem erfassen wir durch zusätzliche Untersuchungen im Spätherbst die Erfolge unserer Kooperation und dokumentieren diese.

(eingestellt am 06.06.2018)